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Pfarrer Markus Heckert Kirchweg 2    

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  Gedanken zum Volkstrauertag
 

An diesem Sonntag begehen wir in Deutschland den Volkstrauertag. Erste Versuche eines solchen Gedenktages gab es in der Weimarer Republik, überlagert vom Parteiengezänk. Die Nazidiktatur machte dann einen Heldengedenktag daraus. Und schickte Millionen in den neuen, ebenso sinnlosen Krieg und Millionen andere in die Vernichtungslager.

Seit Anfang der 50ger Jahre begehen wir nun diesen Gedenktag, als stiller Gedenktag für die Opfer. Nicht für Helden. Denn die beiden Weltkriege hatten gezeigt, es gibt nur Opfer. Sinnlose Opfer von Krieg und Gewalt.

Ich habe meine beiden Großväter nicht kennenlernen dürfen, der eine starb im Lager Baranowitschi in Russland, der andere kam zwar zurück aus dem Krieg, wurde aber Anfang der fünfziger Jahre eingesperrt, enteignet und starb kurze Zeit später. Ich hätte beiden gerne Fragen gestellt, wie das war mit dem Krieg und warum sie mitgemacht haben, ob sie dran geglaubt haben oder ob es Angst war. Aber es ging eben nicht.

Was ich aber verstehe, schon als Kind begriffen habe, wenn der Nachbar uns vom Krieg und vom großen Sterben erzählte, es hat in diesen Kriegen keine Helden gegeben, nur Opfer. Auch die, die erst noch obenauf waren, wurden zuletzt zu Opfern. Krieg und Gewalt zerstört Menschen, macht kaputt, bringt unsagbares Leid und das manchmal über Generationen hinweg.

Wir haben heute das Glück, in einer freiheitlichen Demokratie zu leben, seit fast dreißig Jahren ist die letzte Diktatur auf deutschem Boden beseitigt und alle leben in unserem Land in Frieden und Freiheit. Bei uns ja, aber es ist nicht überall auf der Welt so.  Auch in Europa gab es Kriege seit dem großen Krieg. Ich erinnere nur an den Einmarsch in Ungarn 1956, in der Tschechei 1968 oder die Balkankriege Anfang der 90ger Jahre. Krieg und Gewalt gibt es immer noch in dieser Welt, so schlimm sogar, dass wir wieder Soldaten losschicken müssen, in ferne Länder, um dort denen zu helfen, die sonst zu Opfern werden. Und viel zu oft noch schauen wir auch einfach nur zu, wo die großen und kleine Herren dieser Welt neue Konflikte vom Zaun brechen oder alte wieder hervorholen. Deutschland verdient manchmal sogar ganz gut daran oder zahlt, die Hamas wird von deutschem Steuergeld unterstützt, um letztendlich Raketen nach Israel zu schießen und den Nahostkonflikt damit am Laufen zu halten und deutsche Waffen werden überall in der Welt gerne gekauft und auch eingesetzt.

Der Volkstrauertag soll uns daran erinnern, dass es so nicht weitergehen kann. Wir müssen es als Menschheit endlich lernen, unsere Konflikte friedlich zu lösen. Dass das schwer ist, sieht man manchmal schon im Kleinen, wenn der böse Nachbar wegen dem Gartenzaun durch drei Instanzen verklagt wird. Aber es muss endlich gelingen, im Kleinen wie im Großen. Es muss endlich anders werden. Nur wie?

Jesus hat es uns vorgemacht. Mit Liebe wird es gehen, die Perspektive der Opfer einnehmen, sich in sie hineinversetzen und dann neue Wege suchen, gewaltfreie Wege.

Krieg kann nie richtig sein, Gott will, dass wir endlich andere Lösungen finden und Jesus hat es vorgelebt. Es wird nur mit Liebe gehen und mit Verzicht, aber wir alle werden dadurch gewinnen. Statt in einem neuen Krieg alles zu verlieren.

Der Volkstrauertag erinnert uns alle daran.